Während der 53 Jahre der Fünf Dynastien (907–960) folgten in einer Zeit sozialer Umbrüche fünf Herrscherfamilien und dreizehn Monarchen aufeinander und schufen so ein günstiges Umfeld für die Verbreitung des Taoismus. Viele lokale Dynastien pflegten die Tradition des Taoismus, indem sie taoistische Priester ehrten, Tempel errichteten, verstreute taoistische Schriften sammelten und Priester mit der Predigt taoistischer Sutras beauftragten. All dies trug zum Erhalt und zur Weiterentwicklung der Religion bei. So verehrten beispielsweise Wang Jian und Wang Yan, Vater und Sohn, die Herrscher der Früheren Shu-Dynastie, den Taoismus und ehrten Du Guangting als „Himmlischen Meister“. Meng Chang der Späteren Shu-Dynastie war von goldenen Elixieren und Techniken der sexuellen Kultivierung besessen. Li Bian aus der Südlichen Tang-Dynastie ließ den Xuanzhen-Tempel für Wang Qixia, den Meister der 19. Generation von Maoshan, errichten und verlieh ihm Siegel, Bänder und den Titel „Großmeister der Mysteriösen Gelehrsamkeit“. Der Taoismus verbreitete sich in den Gebieten verschiedener lokaler Separatistenregime. Taoistische Priester zogen sich entweder in Bergwälder zurück oder versteckten sich auf Marktplätzen und wandten sich von jenseitigen Bestrebungen dem weltlichen Leben zu – vom Streben nach Unsterblichkeit hin zur Rettung der Menschheit und der Linderung des Leidens in der realen Welt. Dies führte zur Integration bestimmter Kultivierungsmethoden und Heilsideale aus Konfuzianismus und Buddhismus in den Taoismus. Gegen Ende der Tang-Dynastie und während der Fünf Dynastien begann die äußere Alchemie zu verkümmern, während die innere Alchemie allmählich an Bedeutung gewann und aufblühte, was den späteren Aufstieg und die Entwicklung des Quanzhen-Taoismus maßgeblich beeinflusste.
Zu den bedeutenden taoistischen Priestern dieser Zeit zählten Li Hao, Tan Qiao, Peng Xiao und Tan Zixia, die sich der Erforschung und Weiterentwicklung taoistischer Theorien und Techniken widmeten und so sicherstellten, dass der Taoismus selbst in dieser schwierigen Phase Fortschritte erzielte. Tan Qiao und Peng Xiao hatten dabei einen besonders großen Einfluss auf nachfolgende Generationen.
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Tan Qiao (Höflichkeitsname Jingsheng), geboren in Quanzhou (heute Provinz Fujian), lebte in einer nicht näher bestimmten Epoche. Der berühmte Taoist Chen Tuan soll ihn jedoch als Mentor und Freund betrachtet haben. Historische Aufzeichnungen loben Tan Qiao für seine Intelligenz in der Kindheit, sein umfassendes Wissen über Klassiker und Geschichte, sein außergewöhnliches Gedächtnis und seinen eloquenten, eleganten Schreibstil. Der Huang-Lao-Philosophie ergeben, widmete er sich mit großer Hingabe der taoistischen Praxis. Der weitgereiste und gelehrte Tan Qiao verfasste das *Hua Shu (Buch der Wandlungen)* auf dem Zhongnan-Berg. Die Ideen dieses Werkes beeinflussten die späteren Studien zur inneren Alchemie und den Neo-Konfuzianismus der Song- und Ming-Dynastie maßgeblich. Joseph Needham betrachtete das *Hua Shu* in seinem Werk *Wissenschaft und Zivilisation in China* als das originellste Werk unter den taoistischen Klassikern der Tang- und Song-Zeit.
Peng Xiao (Höflichkeitsname Xiuchuan, selbsternannter Zhenyi Zi), geboren in Yongkang (einer Stadt, die von der Späteren Shu-Dynastie im heutigen nordwestlichen Kreis Chongqing, Sichuan, gegründet wurde), diente als Chaosan Lang und Sekretär des Ritenministeriums in der Späteren Shu-Dynastie und wurde mit dem Purpurgoldfischbeutel ausgezeichnet. Er war dem Taoismus tief verbunden und beherrschte Techniken der Kultivierung und Gesundheitserhaltung. Der *Orthodoxe Taoistische Kanon – Taixuan-Sektion* enthält seine Werke *Drei Bände der wahren Bedeutung zu den geteilten Kapiteln des Zhouyi Cantongqi* und *Ein Band des Spiegeldiagramms des Dingqi-Liedes im Zhouyi Cantongqi*.


