Sima Tan schrieb in „Eine Zusammenfassung der sechs Schulen“, dass „Taoisten die Vorzüge der konfuzianischen und mohistischen Schulen übernehmen und die wesentlichen Lehren der Logiker und Legalisten extrahieren“. Spätere Generationen bemerkten ebenfalls, dass der Taoismus „komplex und vielfältig“ sei, was seine ausgeprägte Inklusivität und Offenheit verdeutlicht. Was der Taoismus hauptsächlich vom Konfuzianismus übernimmt, sind die ethischen Prinzipien. Deren Kern bilden die „Drei Kardinalbindungen und Fünf Beständigen Tugenden“. Obwohl taoistische Schriften diese ethischen Prinzipien selten namentlich erwähnen, bemühen sie sich sehr um deren Verbreitung. Im „Taiping Jing“ (Schrift des Großen Friedens) wird diese Denkweise deutlich. Dort heißt es, dass Ungehorsam von Kindern gegenüber ihren Eltern, Respektlosigkeit von Schülern gegenüber ihren Lehrern und Illoyalität von Beamten gegenüber ihren Monarchen allesamt Handlungen sind, die dem „Willen des Himmels und der Erde“ widersprechen. Die Übernahme und Weiterentwicklung der ethischen Prinzipien des Konfuzianismus durch den Taoismus wird oft mit dem Gedanken an die Erlangung der Unsterblichkeit verbunden, und die Menschen werden durch die Macht der „Götter“ dazu getrieben, ihnen zu folgen.
Der Gedanke der „Wechselwirkung zwischen Himmel und Mensch“ im konfuzianischen Denken der Vor-Qin-Zeit sowie die Theologie der Apokryphen und des Weishu wurden direkt vom Taoismus übernommen. So heißt es beispielsweise im „Flussdiagramm der Lebensamulette“: „Es gibt Götter im Himmel und auf Erden, die für die Bestrafung der Fehler der Menschen zuständig sind und ihre Lebensspanne je nach Schwere ihrer Verfehlungen verkürzen.“ Apokryphen sind eine Art religiöser Prophezeiung, also das, was man als „kryptische Äußerungen zur Vorhersage von Glück oder Unglück“ bezeichnet. Das Weishu bezieht sich auf die konfuzianischen Klassiker. Es verwendet die Sichtweisen der Apokryphen in Verbindung mit Zou Yans Yin-Yang-Lehre und den Fünf Elementen, um die konfuzianischen Klassiker zu interpretieren. Die Theologie der Apokryphen und des Weishu (纬书) des Konfuzianismus war während der Han-Dynastie eine Zeit lang vorherrschend. Nach der allmählichen Verschmelzung konfuzianischer Gelehrter und Alchemisten förderte sie maßgeblich die Vergöttlichung des „Huang-Lao“ im Taoismus und spielte eine bedeutende Rolle in dessen Entstehung und Entwicklung.
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