Guo Pus göttliche Weissagung: Eine taoistische Erzählung über Voraussicht
Guo Pu, genannt Jingchun, war ein berühmter Wahrsager der Jin-Dynastie. Er war gelehrt und dem Taoismus zugetan und beherrschte insbesondere verschiedene Wahrsage- und Prognosetechniken. Zahlreiche Volkssagen erzählen von der erstaunlichen Treffsicherheit seiner Weissagungen.
Während der Jin-Dynastie wollte General Wang Dun eine Rebellion anzetteln, um die Macht zu ergreifen. Da er dringend Talente wie Guo Pu benötigte, rief er ihn in seine Reihen.
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Guo Pus prophetische Vision
Zu jener Zeit war Kaiser Ming der Jin-Dynastie erst fünfzehn Jahre alt. Eines Tages versammelte er alle zivilen und militärischen Beamten, um Strategien gegen Wang Dun zu besprechen. Er fragte die Hofhistoriker: „Kann ich wirklich das ganze Land erobern?“ Die Historiker antworteten unisono: „Selbst wenn Wang Dun Guo Pu auf seine Seite ziehen könnte, würde er das Land nicht erlangen.“ Von diesen Worten seiner Minister ermutigt, fasste Kaiser Ming den Mut, allein und heimlich nach Steinstadt (dem heutigen Nanjing in der Provinz Jiangsu) zu reisen.
Es traf sich, dass Wang Dun Guo Pu gerade zum Essen einlud, um ihn nach einem wichtigen Plan zu fragen. Guo Pu schwieg jedoch lange Zeit. Wang Dun, der sich sehr wunderte, sagte: „Ich habe dich heute hierher eingeladen, um wichtige Pläne zu besprechen, aber du hast kein Wort gesagt. Warum?“
Guo Pu erwiderte: „Gerade eben sah ich Sonne, Mond, Sterne und die Götter der Fünf Großen Berge und der Vier Meere, die ein Kind beschützten und ihm den Weg ebneten. Euer Untergebener war zutiefst schockiert und für einen Moment völlig orientierungslos.“ Wang Dun schickte jemanden zur Untersuchung aus. Der Bericht besagte, dass lediglich ein Kind auf einem Pferd spielend gesehen worden war. Wang Dun wusste, dass etwas Außergewöhnliches vorzuliegen hatte, und schickte sofort Leute aus, um das Kind zu suchen. Doch leider konnten sie keine Spur mehr von ihm finden.
Wang Dun sagte zu Guo Pu: „Letzte Nacht träumte ich, dass jemand im Fluss vor Steinstadt mit einem Pflug pflügte. Bitte deute mir das.“ Nach einer Weile sagte Guo Pu: „Das Pflügen des großen Flusses bedeutet, dass man sich gegen das kleine Boot auflehnt – die Rebellion wird sicher scheitern.“ Als Wang Dun das hörte, war er wütend, doch er verbarg seine Wut. Dann fragte er erneut: „Dann deute mir bitte meine Lebensspanne.“ Guo Pu sagte: „Die Weissagung zeigt, dass eine Rebellion großes Unglück bringen wird und deine Lebensspanne entsprechend kurz sein wird. Wenn du dich nicht auflehnst und friedlich in Wuchang bleibst, wird deine Lebensspanne unermesslich sein.“ Das machte Wang Dun noch wütender. Er rief zornig: „Da du so gut in der Weissagung bist, kannst du mir auch mein eigenes Schicksal vorhersagen und mir sagen, wann du sterben wirst?“ Guo Pu sagte: „Mein Leben endet heute Mittag!“
Hinrichtung und wundersame Wiederbelebung von Guo Pu
So befahl Wang Dun sofort, Guo Pu nach Nangang außerhalb der Stadt zu bringen, um ihn dort zu enthaupten.
Guo Pu wurde zum Richtplatz geführt. Vor der Hinrichtung fragte er den Henker, wo dieser sich befinde. Der Henker antwortete: „Am Fuße des Nangang.“ Guo Pu meinte: „Dann muss es unter zwei Zypressen sein.“ Als sie dort ankamen, war es genau so, wie er es beschrieben hatte. Guo Pu sagte daraufhin: „In dem Baum müsste ein großes Elsternnest sein.“ Alle suchten lange um den Baum herum, fanden aber kein Elsternnest. Guo Pu sagte: „Seht genauer hin.“ Und tatsächlich, da war ein großes Elsternnest, versteckt zwischen den dichten Blättern, das man kaum erkennen konnte.
Es stellte sich heraus, dass Guo Pu vor langer Zeit einem Mann begegnet war. Er rief sofort dessen Namen und entledigte sich seiner Kleider, um sie ihm zu geben. Der Mann bedankte sich wiederholt, wollte die Kleider aber nicht annehmen. Guo Pu sagte zu ihm: „Nimm sie nur voller Zuversicht an. Du wirst den Grund dafür schon noch verstehen.“ Der Mann hörte ihm zu, nahm die Kleider und ging. Am Tag der Hinrichtung war der Henker genau der Mann, der damals die Kleider erhalten hatte. Guo Pu erzählte ihm davon und bat ihn: „Du musst das Messer benutzen, das ich für die Hinrichtung vorbereitet habe.“ Der Mann willigte sofort ein. Es stellte sich heraus, dass dieses Messer mit taoistischen Techniken veredelt worden war, und mit ihm konnte der Hingerichtete in der Zukunft wiederauferstehen.
Nur drei Tage nach Guo Pus Beerdigung wurde er wiedergesehen, und alle begrüßten ihn und sprachen mit ihm. Wang Dun hörte davon und wollte es nicht glauben. Er schickte daraufhin Leute, um Guo Pus Grab auszuheben, und als sie den Sarg öffneten, war er tatsächlich leer. Erst da glaubte er, dass Guo Pu wieder zum Leben erwacht war.
