Definition des Ritus für die Verstorbenen
Das Ritual für die Verstorbenen, Ji Gu , ist ein daoistisches Ritual, das im Rahmen des abendlichen Abschieds vom Altar vollzogen wird. „Ji“ bedeutet „Opfer“ oder „Erlösung“, während „Gu“ auf „verlorene Seelen“ oder „verwaiste Geister“ verweist. Diese über Jahrhunderte gewachsene Zeremonie ermöglicht den Verstorbenen spirituelle Erlösung und führt sie vom Leiden zum Frieden. Sie spiegelt das daoistische Streben nach Harmonie zwischen Lebenden und Verstorbenen wider und wird häufig in gemeinschaftlichen Ritualen zur Ahnenverehrung durchgeführt.
Der rituelle Prozess
Während des abendlichen Altardienstes beginnt nach der Einberufung der Priester und der Einladung des Abtes das Totenritual. Der Hohepriester eröffnet es mit einer Erklärung, in der er den „Himmlischen Herrscher, den Erlöser Taiyi“, anruft. Das Ritual umfasst Verbeugungen, das Darbringen von Weihrauch, das Besprengen mit gereinigtem Wasser, die Verlesung der „Bao Lu Fu“-Erklärung – eines heiligen Textes, der die Befreiung symbolisiert – und das Ausführen eines rituellen Schrittes durch den Priester, während er Speisen verstreut. Diese Handlungen gipfeln im symbolischen Besprengen mit „süßem Tau“, der göttlichen Nektar repräsentiert, um die Tore der Hölle zu öffnen und den verlorenen Seelen den Aufstieg in den Himmel zu ermöglichen.
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Spirituelle Bedeutung
Das Ritual für die Verstorbenen verkörpert daoistisches Mitgefühl und spirituelles Gleichgewicht. Durch die Durchführung dieses Rituals versuchen die Praktizierenden, verlorene Seelen vom Leiden zu befreien und sie ins Reich der Unsterblichkeit zu geleiten. Auch heute noch ist es ein geschätzter Brauch, der Familien emotionalen Abschluss ermöglicht und gleichzeitig den daoistischen Glauben an die Verbundenheit allen Seins bekräftigt. Dieser tiefgründige Ausdruck von Barmherzigkeit und Ehrfurcht findet weiterhin Anklang in modernen daoistischen Gemeinschaften.
Das Ritual für die Verstorbenen ist ein bewegendes Zeugnis daoistischer Spiritualität, das rituelle Fürsorge mit kosmischem Gleichgewicht verbindet. Durch seine heiligen Schritte bietet es verlorenen Seelen einen Weg zur Transzendenz und spiegelt die tiefe Weisheit und das Mitgefühl der daoistischen Praxis wider. Sein bleibendes Erbe inspiriert weiterhin und offenbart die stille Schönheit und den spirituellen Reichtum, die diese altehrwürdige Tradition auszeichnen.
Beim Verlassen des Altars während der abendlichen Unterweisungen stellen sich die Diener in Reih und Glied auf. Nach der Einladung des Abtes (Jianyuan) durch die Verkündigung des Gaogong (oberster taoistischer Priester), dem Rezitieren des Mantras „Taiyi Jiuku Tianzun“ (der Himmlische Ehrwürdige, der vom Leiden erlöst), der Ehrerbietung, dem Darbringen von Weihrauch, dem Besprengen mit reinem Wasser und der Verkündigung von …