☯ Im Taoismus gibt es eine Geschichte namens „Shen Jing kocht den Stein“, die weit verbreitet ist.
Shen Jing war schon früh intelligent und strebte danach, den Taoismus zu studieren. Später reiste er zum Zhongshan (Glockenberg). Eines Tages begegnete er dort einer alten Frau. Sie sagte zu ihm: „Du hast ein reines Herz, eine feine Knochenstruktur und einen erfrischenden Geist. Wenn du dich hingebungsvoll übst, kannst du den Tao erlangen.“ Dann gab sie Shen Jing ein Stück weißen Stein und wies ihn an: „Koche diesen weißen Stein in Quellwasser. Lass das Feuer nicht ausgehen. Wenn der Stein weich ist, iss ihn. Wenn er nicht weich wird, musst du weiterkochen.“ Kaum hatte sie das gesagt, war die alte Frau verschwunden.
Shen Jing vermutete, einem Unsterblichen begegnet zu sein. Deshalb baute er sich eine Strohhütte in den Bergen und kochte den Stein zehn Jahre lang ununterbrochen mit Quellwasser. Da der weiße Stein jedoch nicht weich wurde, verlor Shen Jing allmählich den Mut und stellte das Kochen ein. Eines späten Abends erschien die alte Frau erneut vor ihm und fragte: „Ich habe dir doch gesagt, du sollst den weißen Stein mit Quellwasser kochen. Warum hast du jetzt aufgehört?“ Shen Jing antwortete: „Ich habe deinen Rat befolgt und ihn zehn Jahre lang ununterbrochen gekocht, aber der weiße Stein wurde immer noch nicht weich, deshalb habe ich das Feuer gelöscht.“ Die alte Frau sagte: „Dieser weiße Stein ist kein gewöhnlicher Stein. Der Grund, warum du ihn nicht weich kochen konntest, ist dein Zweifel. Wärst du fromm gewesen, wäre der weiße Stein in weniger als zehn Jahren weich geworden.“ Shen Jing fragte: „Was ist das für ein Stein? Was ist so außergewöhnlich daran? Wenn es wirklich ein göttliches Objekt ist, warum muss es dann vor dem Verzehr weichgekocht werden?“ Die alte Frau antwortete: „Dieser weiße Stein ist eine Frucht des Jadebaums aus dem Himmlischen Palast. Er ging hier in den Bergen durch einen Unbekannten verloren und wurde durch den giftigen Wind der Sterblichenwelt gehärtet. Wenn du ihn andächtig in Quellwasser kochst, wird er weich, und sein Verzehr wird dir den Weg (Tao) eröffnen.“ Shen Jing verbeugte sich, um der alten Frau zu danken, doch als er aufstand, war sie bereits verschwunden.
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So badete Shen Jing, fastete und begann voller Andacht, den weißen Stein erneut mit Quellwasser aus den Bergen zu kochen. Am nächsten Tag war der weiße Stein weich, und sein Duft erfüllte den ganzen Berg. Shen Jing badete und fastete abermals und aß dann den weichen weißen Stein. Augenblicklich erlangte er sein kindliches Gesicht, schwarzes Haar und einen schwarzen Bart, einen klaren Geist und einen leichten, agilen Körper zurück. Wer ihn sah, hielt es für ein Wunder. Kurze Zeit später verschwand Shen Jing spurlos.