☯ Sa Shoujians Ruf
Am Ende der Nördlichen Song-Dynastie lebte ein taoistischer Priester namens Sa Shoujian. Durch einen glücklichen Zufall studierte er nacheinander den Taoismus bei Wang Wenqing, Zhang Jixian und anderen. Dank seiner außergewöhnlichen taoistischen Fähigkeiten erlangte er weitreichenden Ruhm.
🏛️ Ausschluss aus dem Stadtgott-Tempel
In den frühen Jahren der Südlichen Song-Dynastie bereiste Sa Shoujian weite Gebiete, besuchte berühmte Berge und große Flüsse und tat unterwegs Gutes, indem er Kranke heilte und sich so Tugenden erwarb. Als er eines Tages an einem Ort ankam, übernachtete er im Stadtgott-Tempel. Zwei Tage später schickte der örtliche Präfekt jemanden, um ihn aus dem Tempel zu vertreiben.
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Es stellte sich heraus, dass der Stadtgott dem Präfekten in der Nacht zuvor im Traum erschienen war und gesagt hatte: „Sa Shoujian hält sich in meinem Tempel auf und lässt mich Tag und Nacht nicht zur Ruhe kommen. Bitte hilf mir, ihn zu vertreiben.“ Daraufhin schickte der Präfekt Boten aus, um Sa Shoujian zu vertreiben.
📜 Die Räucherstäbchen-Vergeltung
Sa Shoujian widersprach nicht und ging sofort fort. Nach vielen Kilometern traf er jemanden, der Schweine und Schafe zum Stadtgott-Tempel trug, um dort ein Gelübde zu erfüllen. Auf Nachfrage erfuhr er, dass der Stadtgott in diesem Tempel extrem gierig war und nur durch Blutopfer wirksam werden konnte; andernfalls würden Katastrophen in der Gegend wüten. Sa Shoujian begriff nun, warum der Stadtgott ihn hatte vertreiben lassen – er fürchtete, er würde seine bösen Taten dem Himmlischen Hof berichten. Nach kurzem Überlegen holte Sa Shoujian ein Räucherstäbchen hervor und reichte es demjenigen, der das Gelübde erfüllte, mit den Worten: „Wenn du dein Gelübde erfüllt hast, wirf bitte dieses Räucherstäbchen in den Räuchergefäß.“ Derjenige willigte bereitwillig ein. Nachdem er das Gelübde im Stadtgott-Tempel erfüllt hatte, warf er das Räucherstäbchen in das Gefäß. Ein Donnerschlag erschütterte die Luft, das Feuer im Gefäß loderte auf, und mit Hilfe des Windes brannte der Stadtgott-Tempel in kürzester Zeit zu Asche nieder.
⚖️ Wang Es Beschwerde und Bestrafung
Der Stadtgott jenes Tempels hieß Wang E (Wang der Böse). Nachdem sein Tempel niedergebrannt worden war, verlor er sein Zuhause und seinen Lebensunterhalt. Voller Groll gegen Sa Shoujian wandte er sich an den Himmlischen Hof, um beim Jadekaiser Beschwerde einzureichen. Der Jadekaiser war der Ansicht, dass Wang E zwar gierig Blutopfer angenommen hatte, Sa Shoujian aber ebenfalls Schuld trug, da er den Stadtgotttempel heimlich niedergebrannt hatte, ohne den Himmlischen Hof zu informieren. Schließlich erließ der Jadekaiser folgenden Erlass: „Ich übergebe dir (Wang E) hiermit eine Jadeaxt und erlaube dir, Sa Shoujian drei Jahre lang heimlich zu beschatten und zu überwachen. Sollte Sa Shoujian in diesen drei Jahren gegen die Himmlischen Gesetze verstoßen, darfst du ihn zunächst hinrichten und später Bericht erstatten. Du darfst jedoch kein Menschenleben unrechtmäßig nehmen; andernfalls wirst du streng bestraft.“
✨ Wang Es Erlösung
Drei Jahre vergingen wie im Flug. Sa Shoujian blieb stets aufrecht und reinherzig, und Wang E fand keinen Grund, ihm etwas anzuhaben. Doch Wang E war immer noch nicht überzeugt und beschloss, Sa Shoujian ein weiteres Mal auf die Probe zu stellen. Eines Tages kam Sa Shoujian zu einer Fährstelle. Die Fähre lag am Ufer vor Anker, aber der Fährmann war nirgends zu sehen. Also ruderte Sa Shoujian selbst über den Fluss. Am Ufer angekommen, holte er das Fahrgeld heraus, legte es auf das Boot und ging von Bord. Kaum hatte er den Strand betreten, stand plötzlich ein Mann vor ihm und versperrte ihm den Weg. Dieser Mann trug eine Federkappe, ein rotes Gewand und hielt eine Jadeaxt in der Hand. Sa Shoujian rief: „Wer seid Ihr?“ Der Mann verbeugte sich und sagte: „Ich bin Wang E, der Stadtgott.“ Dann erzählte Wang E Sa Shoujian von seiner dreijährigen geheimen Überwachung und erklärte, er sei von Sa Shoujians Charakter überzeugt und bereit, ihm fortan zu folgen und sein Schüler zu werden.
⚡ Wang Shans göttliche Berufung
Wang E wurde Sa Shoujians Schüler, reiste mit ihm umher und vollbrachte gute Taten, um Tugenden zu sammeln. Viele Jahre vergingen so, und Wang E respektierte seinen Lehrer stets und schätzte den Taoismus. Er fing Dämonen und Monster, beschwor Donner und Regen und war äußerst fleißig. Sa Shoujian änderte seinen Namen von Wang E (Wang der Böse) in Wang Shan (Wang der Gute). Als der Jadekaiser davon erfuhr, lobte er Wang Shan hoch, verlieh ihm den Titel eines Marschalls der Donnerabteilung, nahm ihn in den Kreis der Sechsunddreißig Himmlischen Generäle auf und ernannte ihn zum Beschützer des Dharma-Geistes.
