Ein taoistischer Meister sagte einmal, es gäbe zehn Dinge, die ein taoistischer Priester wissen müsse.
Zunächst zur Entstehung und Entwicklung des Taoismus. In seiner fast zweitausendjährigen Geschichte hat der Taoismus zahlreiche Strömungen hervorgebracht. Jeder taoistische Priester gehört einer bestimmten Strömung an. Bis zur Ming-Dynastie waren die taoistischen Strömungen hauptsächlich in die Zhengyi-Schule und die Quanzhen-Schule unterteilt. Ungeachtet der jeweiligen Strömung ist die Wurzel dieselbe: das „Tao“. Daher sollte ein taoistischer Priester, der praktiziert, die Grundlagen des Taoismus erlernen. Sowohl die Zhengyi- als auch die Quanzhen-Schule sind Bestandteile des Taoismus.
Das Zweite sind die taoistischen Schriften und Talismane. Tao, Schriften und Meister sind die drei Schätze des Taoismus. Ein taoistischer Priester muss die Klassiker des Taoismus kennen. Jede Schule hat ihre eigenen Klassiker. Das „Tao Te Ching“ ist die Mutter aller taoistischen Schriften und sollte von jedem taoistischen Priester auswendig gelernt werden. Talismane werden taoistischen Priestern entsprechend ihrem spirituellen Entwicklungsstand verliehen. Taoistische Priester sollten während ihrer Morgen- und Abendkurse die Schriften lesen. Der Glaube des Taoismus wurzelt in den Schriften und Talismanen.
Drittens geht es darum, sich in Abgeschiedenheit zurückzuziehen und Ruhe zu bewahren. „Yuan“ bezeichnet einen kleinen, runden Raum mit Wänden. Taoistische Priester üben sich in diesem Raum und meditieren. Dies war in den Anfängen der Quanzhen-Schule eine gängige Praxis.
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Das vierte Element sind Fasten und Buße. Fasten und Buße sind nicht nur Mittel, mit denen taoistische Priester den Gläubigen dienen und Unglück und Schwierigkeiten abwenden, sondern auch eine Form der Selbstkultivierung für die Priester selbst. Seit Lu Xiujing, einem hochverehrten taoistischen Meister der Sechs Dynastien, haben alle hochverehrten taoistischen Meister der Geschichte der Praxis des Fastens und der Buße große Bedeutung beigemessen. Die Luo-Tian-Großzeremonie, die vor einiger Zeit in Maoshan stattfand, ist ein deutlicher Beweis dafür.
Der fünfte Punkt betrifft die Weitergabe taoistischer Lehren. Im Taoismus gibt es ein Sprichwort: „Das Tao lässt sich nicht leicht vermitteln, und der Dharma ist nicht billig zu verkaufen.“ Um das Erbe des Taoismus und die Reinheit seiner Lehren zu bewahren, muss man die Regeln und Ermahnungen des Kultes bezüglich der Weitergabe genau kennen. Die Weitergabe an die falsche Person kann Unglück bringen. Taoistische Priester müssen daher bei der Weitergabe des Dharma äußerst vorsichtig sein.
Das sechste Element ist der Abt und der Leiter. Die Entwicklung einer Religion hängt letztlich von den Menschen ab. Als zentrale taoistische Institution benötigen taoistische Tempel einen Abt, der die verschiedenen täglichen Abläufe organisiert und durchführt. Ob ein taoistischer Priester praktiziert oder auf Reisen ist, er muss die Organisation der Sekte verstehen. Es ist unerlässlich, dass die Qualifikationen und Regeln, an die sich der Abt und Leiter halten muss, klar definiert sind.
Der siebte Punkt ist der Besuch und das Lernen. Neben dem fleißigen Üben gemäß den Lehren ihrer Meister müssen taoistische Priester auch von den Stärken anderer lernen. Es gibt viele taoistische Sekten, und jede Sekte hat ihre eigenen, einzigartigen Praktiken. Daher kann der Besuch und das Lernen ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten erheblich verbessern. Gleichzeitig stärkt es die Verbindungen zwischen den taoistischen Priestern und trägt indirekt zur allgemeinen Stärke des Taoismus bei.
Der achte Punkt betrifft die Errichtung und Verwaltung taoistischer Tempel. Taoistische Tempel sind die physische Manifestation des Taoismus und von großer Bedeutung für dessen Fortbestand und Weiterentwicklung. Daher müssen taoistische Priester die klaren Regeln und Gebote für die Errichtung und den Schutz taoistischer Tempel kennen und in der Lage sein, durch die Tempel die Funktion der Selbstkultivierung und der Hilfe für andere auszuüben.
Der neunte Punkt ist die Finanzverwaltung. Ein taoistischer Priester muss bei seiner Ausübung vier Bedingungen erfüllen: Wohlstand, Dharma, einen Gefährten und einen geeigneten Ort. Wohlstand steht an erster Stelle. Ohne eine gewisse wirtschaftliche Sicherheit wäre selbst das bloße Überleben schwierig, geschweige denn die Ausübung des Glaubens. Daher müssen taoistische Priester auch über Kenntnisse in Finanzverwaltung verfügen.
Der zehnte Punkt betrifft die Instandhaltung und Reparatur taoistischer Tempel. Um den Gläubigen lange Zeit dienen und das Ziel, der Welt zu helfen und Menschen zu retten, erreichen zu können, müssen taoistische Priester selbstverständlich dafür sorgen, dass die Tempel in gutem Zustand und nicht verfallen sind. Daher benötigten auch die Priester der Antike Kenntnisse über die Instandhaltung und Reparatur taoistischer Tempel.
Wer die oben genannten zehn Dinge kennt, kann im Grunde ein qualifizierter taoistischer Priester werden.