Das Ziel des Lernens und Kultivierens des Tao im Taoismus ist es, das Leben durch eigene Übung und Kultivierung in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuführen. Der Taoismus nennt dies „Rückkehr zu Einfachheit und Authentizität“.
Der Taoismus lehrt, dass die ursprüngliche Natur des Menschen einfach und rein ist, nahe am Wesen des „Tao“. Deshalb sagt man oft, Kinder seien unschuldig. Doch mit zunehmendem Alter tauchen ständig Gedanken und Begierden auf. Vermengt mit den vielfältigen Einflüssen des sozialen Umfelds und den Verlockungen von Lust, Reichtum und Besitz, wird die ursprüngliche Lebensessenz des Menschen stetig aufgebraucht, und seine ursprüngliche Einfachheit und Reinheit werden getrübt. Sind die Begierden unersättlich, schädigt dies den Geisteszustand und die Gesundheit schwer, und man entfernt sich vom Tao. Das Erlernen und Kultivieren des Tao bedeutet, den Geisteszustand und das Leben in einen einfachen und reinen Zustand zurückzuführen. „Einfachheit“ bezieht sich hier auf Authentizität, erweitert auf den einfachen und unverfälschten Zustand des „Tao“, der die ursprüngliche Natur des wahren und beständigen Tao beschreibt. Um zur Einfachheit zurückzukehren, muss man sie jedoch annehmen. Das „Tao Te Ching“ sagt: „Erkenne die Einfachheit und umarme die Schlichtheit; habe wenige egoistische Wünsche.“ Das bedeutet, man solle sich dem Tao zuwenden und die Authentizität bewahren, das wahre Wesen des Lebens nähren, damit es nicht von materiellen Begierden verführt und nicht von egoistischen Gedanken und Ablenkungen geplagt wird. Das Wichtigste ist, Egoismus und Begierden so weit wie möglich zu minimieren. Man solle im Umgang mit anderen ehrlich und freundlich sein, sich an die öffentliche Moral halten und ein einfaches Leben führen, damit die eigene Natur allmählich zu einem einfachen und reinen Zustand zurückkehrt und sich dem Tao anpasst. Im Prozess der Lebenskultivierung sollte, basierend auf einem guten Geisteszustand, die zerstreute Lebenskraft durch Kultivierung wiederhergestellt werden, um den Körper gesund zu machen. Dann kann das Leben durch innere Kultivierungspraktiken wie die Läuterung der Essenz zu Qi, die Läuterung des Qi zu Geist und die Läuterung des Geistes zurück zur Leerheit zum Zustand des Wahren Tao zurückkehren und Unsterblichkeit und Erleuchtung erlangen.
Auf dem Weg der Kultivierung zurück zu Einfachheit und Authentizität haben die Praktiken vieler erhabener und tugendhafter Persönlichkeiten Vorbilder für jene geschaffen, die den Tao in späteren Generationen erlernen und praktizieren. Während der späten Han-Dynastie und der Zeit des Wei-Reiches war der Wahre Mensch Wei Boyang „von Einfachheit erfüllt, ohne Interesse an Macht und Ruhm“ und konzentrierte sich ganz auf die Kultivierung. Der Wahre Mensch Ge Hong folgte nicht den Veränderungen der Welt, war stets ehrlich in seinen Worten, mied Spott und Scherze und schwieg den ganzen Tag. Er wurde von seinen Landsleuten weithin als ein Mann der Einfachheit verehrt. Er lehrte auch, dass man „die große Einfachheit bewahren und die wahre Quelle hüten“ solle. Während der Jin-Dynastie war Ji Kang dem Tao zugetan und sah es ebenfalls als Ziel seiner Kultivierung an, „das Selbst über weltliche Dinge zu stellen, die Einfachheit zu bewahren und sie zu nähren, um volle Authentizität zu erlangen“. Warum können diejenigen, die den Tao lernen und pflegen, heute nicht die Lehre von der Bewahrung der Einfachheit und dem Erreichen vollständiger Authentizität weiterführen und eine einfache und reine Authentizität für spätere Generationen hinterlassen?
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