Tao Te Ching Kapitel 17 – Die wahre Natur (道德經 第17章)
Paul PengAktie
Tao Te King — Kapitel 17: Der unverfälschte Einfluss
道德經 第十七章 · 淳風 · Laotse · Zweisprachige Ausgabe mit klassischen Kommentaren
Originaltext — 原文
信不足,焉有不信焉。
悠兩,其貴言。功成事遂,百姓皆謂我自然。
Deutsche Übersetzung — James Legge
In der höchsten Antike wussten die Menschen nicht, dass es ihre Herrscher gab. In der nächsten Epoche liebten sie sie und lobten sie. In der nächsten fürchteten sie sie; in der nächsten verachteten sie sie.
So kam es, dass, als der Glaube an das Dao bei den Herrschern mangelhaft war, ein Mangel an Glauben an sie bei den Menschen folgte.
Wie unentschlossen erschienen jene frühesten Herrscher, indem sie durch ihre Zurückhaltung die Bedeutung zeigten, die sie ihren Worten beimaßen! Ihr Werk war getan und ihre Unternehmungen waren erfolgreich, während die Menschen alle sagten: „Wir sind, wie wir sind, aus uns selbst!“
✦ Zentrale Erkenntnis
Kapitel 17 präsentiert Laotses vierstufige Hierarchie der Herrscher: Der beste ist kaum bekannt; der nächste wird geliebt; der nächste wird gefürchtet; der schlechteste wird verachtet. Die höchste Herrschaft ist unsichtbar – sie wirkt durch Nichthandeln, und wenn die Arbeit getan ist, glauben die Menschen, sie hätten es selbst getan. Dies ist das taoistische Ideal des Wu Wei in der Politik, und es spiegelt das gleiche selbstlose Prinzip wider, das im Herzen des taoistischen Rituals und der inneren Kultivierung liegt.
Klassische Kommentare — 古典注释
王弼注 Wang Bis Kommentar
Wang Bi erklärt, dass der höchste Herrscher Nichthandeln und wortloses Lehren praktiziert – alle Dinge entstehen, ohne dass er vorgibt, ihr Ursprung zu sein, sodass die Menschen lediglich wissen, dass er existiert. Der nächste Herrscher etabliert das Gute und gewinnt Liebe. Der dritte verlässt sich auf Autorität und Furcht. Der schlechteste regiert durch Cleverness, und die Menschen weichen ihm aus und verachten ihn. Wenn Vertrauen unzureichend ist, folgt Misstrauen natürlich. Der beste Herrscher ist unaufgeregt und schätzt seine Worte; wenn die Arbeit getan ist, glauben die Menschen, sie hätten es selbst getan.
河上公注 Heshang Gongs Kommentar
Heshang Gong beschreibt den alten namenlosen Herrscher – die Menschen wussten lediglich, dass er existierte, dienten ihm aber nicht als Untertanen, denn sie waren einfach und unberührt. Der nächstbeste Herrscher besaß sichtbare Tugend, die des Lobes wert war. Der dritte wandte Strafen an; der vierte verließ sich auf übermäßige Erlasse, die keine Loyalität hervorrufen konnten, sodass die Menschen ihn verachteten. Der beste Herrscher war zögerlich und schätzte seine Worte, da er fürchtete, vom Dao abzuweichen und die Natürlichkeit zu verlieren. Als alles vollbracht war, kannten die Menschen die Tugend ihres Herrschers nicht – sie dachten, es sei einfach ihr eigener natürlicher Weg.
About the Author
Paul Peng
Paul Peng is a Zhengyi Taoist priest from Longhu Mountain, Jiangxi — the ancestral home of the Celestial Masters' tradition. Ordained at 25 after a dream from the Celestial Master, he has practiced for 25 years under Master Zeng Guangliang. He is the curator of this store, which is officially authorized by Tianshi Fu. All items are consecrated at the temple by the resident priest team.
Read his full story →