Tao Te Ching Kapitel 20 – 異俗 (道德經 第20章)
Paul PengAktie
Tao Te King – Kapitel 20: Anders sein als gewöhnliche Menschen
道德經 第二十章 · 異俗 · Laozi · Zweisprachige Ausgabe mit klassischen Kommentaren
Originaltext — 原文
Englische Übersetzung — James Legge
Wenn wir das Lernen aufgeben, haben wir keine Sorgen. Das schnelle „Ja“ und das schmeichelnde „Ja“; gering ist der Unterschied, den sie zeigen. Aber achte auf ihre Auswirkungen, gut und schlecht; wie viel Raum wird die Kluft dazwischen füllen?
Was alle Menschen fürchten, ist in der Tat zu fürchten; aber wie weit und endlos ist die Reihe der Fragen, die zur Diskussion stehen! Die Menge der Menschen wirkt zufrieden und erfreut; als ob sie ein volles Bankett genießen, als ob sie im Frühling auf einem Turm stünden. Ich allein wirke lustlos und still, meine Begierden haben noch keine Anzeichen ihrer Anwesenheit gegeben. Ich bin wie ein Säugling, der noch nicht gelächelt hat. Ich sehe niedergeschlagen und verlassen aus, als ob ich kein Zuhause hätte, wohin ich gehen könnte.
Die Menge der Menschen hat alle genug und im Überfluss. Ich allein scheine alles verloren zu haben. Mein Verstand ist der eines dummen Mannes; ich befinde mich in einem Zustand des Chaos. Gewöhnliche Menschen sehen hell und intelligent aus, während ich allein verblendet scheine. Sie wirken voller Unterscheidungsvermögen, während ich allein stumpf und verwirrt bin. Ich scheine wie auf dem Meer umhergetragen zu werden, treibe, als hätte ich nirgends eine Ruhe. Alle Menschen haben ihre Handlungsfelder, während ich allein stumpf und unfähig wirke, wie ein grober Grenzgänger.
So bin ich allein anders als andere Menschen, aber ich schätze die Amme, das Dao.
✦ Schlüsselerkenntnis
Kapitel 20 ist das persönlichste und poetischste im Tao Te King. Laozi spricht in der ersten Person und beschreibt sich selbst als stumpf, treibend und anders als die Menge. Während andere schlemmen und feiern, ist er still und ungeformt wie ein Säugling. Während andere scharf und klug sind, ist er verwirrt und still. Dies ist keine Selbstkritik – es ist das Porträt eines Menschen, der zur Wurzel zurückgekehrt ist. Der Weise allein schätzt die Amme des Dao: die Quelle, die alle Dinge speist, ohne gesehen zu werden.
Klassische Kommentare — 古典注释
王弼注 Wang Bis Kommentar
Wang Bi erklärt, dass das Aufgeben des Lernens Freiheit von Sorgen bringt. Der Unterschied zwischen ‚Ja‘ und ‚Jawohl‘, zwischen Gut und Böse, ist gering – doch die Menschen streben endlos danach. Während die Menge schwelgt und wetteifert, ist der Weise leer und ungeformt wie ein Säugling, treibt ohne Anhaftung. Andere haben Pläne und Ambitionen im Überfluss; der Weise allein ist leer, ohne Verlangen, als hätte er alles verloren. Der Weise schätzt die Amme – die Wurzel des Lebens – während andere den Schmuck der Oberfläche jagen.
河上公注 Heshang Gongs Kommentar
Heshang Gong unterscheidet den Weisen von weltlichen Menschen. Die Weltlichen schwelgen in Begierden wie bei einem Festmahl und besteigen im Frühling Türme, ihre Ambitionen sind grenzenlos. Der Weise allein ist ruhig und ungeformt wie ein Säugling, bevor es zu lächeln lernt, treibt wie jemand, der nirgendwohin gehen kann. Während andere Reichtum und Klugheit anhäufen, erscheint der Weise mangelhaft – er hält am Einen fest, ohne zu schwanken, wie ein Narr. Der Geist des Weisen streift im göttlichen Reich; er allein schätzt das Dao, die Mutter aller Dinge.
About the Author
Paul Peng
Paul Peng is a Zhengyi Taoist priest from Longhu Mountain, Jiangxi — the ancestral home of the Celestial Masters' tradition. Ordained at 25 after a dream from the Celestial Master, he has practiced for 25 years under Master Zeng Guangliang. He is the curator of this store, which is officially authorized by Tianshi Fu. All items are consecrated at the temple by the resident priest team.
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