Tao Te Ching Chapter 30 – 倶武 (道德經 第30章)

Tao Te Ching Kapitel 30 – Kriegführen (道德經 第30章)

Paul Peng

Tao Te King — Kapitel 30: Eine Warnung vor dem Krieg

道德經 第三十章 · 倶武 · Laozi · Zweisprachige Ausgabe mit klassischen Kommentaren

📖 Daoistische Schrift 🖋 Laozi 🔢 Kapitel 30 von 81 🌐 Englisch & Chinesisch

Originaltext — 原文

以道佐人主者,不以兵強天下。其事好還。師之所處,荊棘生焉。大軍之後,必有凶年。
善有果而已,不敢以取強。果而勿矜,果而勿伐,果而勿驕。果而不得已,果而勿強。
物壯則老,是謂不道,不道早已。

Deutsche Übersetzung — James Legge

Wer einem Herrn der Menschen in Harmonie mit dem Dao beistehen will, wird seine Herrschaft im Reich nicht durch Waffengewalt behaupten. Ein solcher Kurs wird sicherlich die entsprechende Vergeltung erfahren.

Wo immer ein Heer lagert, sprießen Dornen und Disteln. Nach großen Armeen folgen unweigerlich schlechte Jahre.

Ein geschickter Kommandant schlägt einen entscheidenden Schlag und hält inne. Er wagt es nicht, durch fortgesetzte Operationen seine Herrschaft zu behaupten und zu vollenden. Er wird den Schlag führen, aber er wird sich davor hüten, deswegen eitel, prahlerisch oder arrogant zu sein. Er führt ihn aus Notwendigkeit aus; er führt ihn aus, aber nicht aus dem Wunsch nach Herrschaft.

Wenn Dinge ihre starke Reife erreicht haben, werden sie alt. Dies kann als nicht im Einklang mit dem Dao stehend bezeichnet werden: und was nicht damit übereinstimmt, nimmt bald ein Ende. Wie in Kapitel 31 über das Omen der Waffen weiter ausgeführt, sind Waffen Instrumente schlechter Vorzeichen.

✦ Zentrale Erkenntnis

Kapitel 30 ist Lao Tzus klarste Aussage zu Krieg und Herrschaft. Wer Herrscher durch das Dao unterstützt, setzt keine militärische Gewalt zur Dominanz ein. Gewalt fällt immer auf sich selbst zurück. Wo Armeen lagern, wachsen Dornen; nach großen Kriegen folgen schlechte Ernten. Der geschickte Kommandant erreicht sein Ziel und hält inne – ohne Stolz, Prahlen oder Arroganz. Das Prinzip ist universell: Was seine volle Stärke erreicht, beginnt zu altern. Über das Notwendige hinaus zu drängen, weicht vom Dao ab, und was vom Dao abweicht, endet früh.


Klassische Kommentare — 古典注释

王弼注 Wang Bis Kommentar

以道佐人主者,不以兵強天下。以道佐人主,尚不可以兵強於天下,況人主躬於道者乎。其事好還。為始者務欲立功生事,而有道者務欲還反無為,故云,其事好還也。師之所處,荊棘生焉。大軍之後,必有凶年。言師凶害之物也。無有所濟,必有所傷,賊害人民,殘荒田畝,故曰荊棘生焉。善者果而已,不以取強。果,猶濟也。言善用師者,趣以濟難而已矣,不以兵力取強於天下也。果而勿矜,果而勿伐,果而勿驕。吾不以師道為尚,不得已而用,何矜驕之有也。果而不得已,果而勿強。言用兵雖趣功,果濟難,然時故不得已當復用者,但當以除暴亂,不遂用果以為強也。物壯則老,是謂不道,不道早已。壯,武力暴興,喻以兵強於天下者也。飄風不終朝,驟雨不終日,故暴興必不道早已也。

Wang Bi rät, dass diejenigen, die Herrschern mit dem Dao beistehen, keine militärische Gewalt zur Dominanz einsetzen. Gewalt erzeugt Vergeltung. Wo Armeen lagern, wachsen Dornen. Gute Kommandanten erzielen Ergebnisse und halten inne, ohne zu versuchen zu dominieren. Stärke führt zum Altern – dies widerspricht dem Dao, und was dem Dao widerspricht, endet bald.

河上公注 Heshang Gongs Kommentar

以道佐人主者,謂人主能以道自輔佐也。不以兵強天下。以道自佐之主,不以兵革,順天任德,敵人自服。其事好還。其舉事好還自責,不怨於人也。師之所處,荊棘生焉。農事廢,田不修。大軍之後,必有凶年。天應之以惡氣,即害五穀,盡傷人也。善有果而已,善用兵者,當果敢而已,不美之。不敢以取強。不以果敢取強大之名也。果而勿矜當果敢謙卑,勿自矜大也。果而勿伐,當果敢推謙,勿自伐取其美也。果而勿驕,驕,欺也。果敢勿以驕欺人。果而不得已,當過果敢至誠,不當逕迫不得已也。果而勿強果敢勿以為強兵、堅甲以欺凌人也。物壯則老,草木壯極則枯落,人壯極則衰老也。言強者不可以久。是謂不道。柯老者,坐不行道也。不道早已。不行道者早死。

Heshang Gong sagt, dass Herrscher, die sich auf Gewalt statt auf Tugend verlassen, gleiches vergolten bekommen. Wo Armeen lagern, bleiben die Felder unbeachtet. Gute Kommandanten erreichen ihr Ziel und halten inne, ohne zu prahlen. Stärke zerfällt unweigerlich – was stark wird, wird alt.


Primärquellen: Laozi, Tao Te King (道德經), übers. James Legge (1891). Kommentare: Wang Bi (王弼, 226–249 n. Chr.); Heshang Gong (河上公, Han-Dynastie).
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Paul Peng — Zhengyi Taoist Priest, Longhu Mountain

About the Author

Paul Peng

Paul Peng is a Zhengyi Taoist priest from Longhu Mountain, Jiangxi — the ancestral home of the Celestial Masters' tradition. Ordained at 25 after a dream from the Celestial Master, he has practiced for 25 years under Master Zeng Guangliang. He is the curator of this store, which is officially authorized by Tianshi Fu. All items are consecrated at the temple by the resident priest team.

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