Kaiserinwitwe Dou (ca. 135 v. Chr.) war die Gemahlin von Kaiser Wen der Han-Dynastie. Sie stammte aus Guanjin im Kreis Qinghe des Staates Zhao (heute nordöstlich des Kreises Zaoqiang in der Provinz Hebei) und war die Mutter von Kaiser Jing der Han-Dynastie. Sie regierte 23 Jahre als Kaiserin, 16 Jahre als Kaiserinwitwe und 6 Jahre als Großkaiserinwitwe. Ihr ganzes Leben lang glaubte sie fest an die Philosophie von Huangdi und Laozi und förderte diese: „Kaiserinwitwe Dou bevorzugte die Lehren von Huangdi und Laozi. Kaiser Jing, der Kronprinz (später Kaiser Wu) und andere Mitglieder des Dou-Clans waren verpflichtet, die Texte von Huangdi und Laozi zu studieren und ihre Lehren zu respektieren.“ (Aufzeichnungen des Großen Historikers: Biografien kaiserlicher Verwandter).
Sie ging streng gegen jene vor, die sich der Philosophie des Huang-Lao widersetzten oder sie verunglimpften. Während der Herrschaft von Kaiser Jing ließ sie den konfuzianischen Gelehrten Yuan Gusheng vorladen und ihn nach seiner Meinung zum *Laozi*-Klassiker fragen. Yuan Gusheng, ein Erzieher des Prinzen von Qinghe und ein Großgelehrter, der sich auf das *Buch der Lieder* spezialisiert hatte, verehrte den Konfuzianismus und verachtete den Taoismus. Daraufhin sagte er: „Das ist nichts weiter als das Gerede des einfachen Volkes“ (*Aufzeichnungen des Großhistorikers: Biografien konfuzianischer Gelehrter*), womit er andeutete, dass die Ideen des Huang-Lao nichts als banale Plattitüden seien. Wütend entgegnete die Kaiserinwitwe: „Wie können Sie es wagen, es mit den Büchern von Verbrechern zu vergleichen?“ („Si Kong Cheng Dan Shu“ bezog sich auf Rechtstexte für Kriminelle).
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Sie bestrafte Yuan Gusheng daraufhin, indem sie ihn zwang, in einem Schweinestall gegen ein Wildschwein zu kämpfen. Kaiser Jing, der wusste, dass Yuan unschuldig war, gab ihm heimlich ein Schwert. Yuan sprang in den Stall und erstach das Wildschwein, das daraufhin sofort tot war. Die Kaiserinwitwe hatte nun keinen Grund mehr, ihn zu verurteilen (*ebd.*). Dieser Vorfall verdeutlicht Kaiserinwitwe Dous entschlossene Verteidigung der Huang-Lao-Philosophie und die intensive Rivalität zwischen Huang-Lao und dem Konfuzianismus in der frühen Westlichen Han-Dynastie. Ihre Taten und Worte sind in den Bänden 49 und 121 der *Aufzeichnungen des Großen Historikers* festgehalten.

