Tao Te Ching Kapitel 11 – 无用 (道德經 第11章)
Paul PengAktie
Tao Te King — Kapitel 11: Der Nutzen des Nicht-Seins
道德經 第十一章 · 無用 · Lao Tzu · Zweisprachige Ausgabe mit klassischen Kommentaren
Originaltext — 原文
埴埴以為器,當其無,有器之用。
鳿戶牗以為室,當其無,有室之用。
故有之以為利,無之以為用。
Englische Übersetzung — James Legge
Die dreißig Speichen vereinen sich in der einen Nabe; doch vom leeren Raum für die Achse hängt der Nutzen des Rades ab. Ton wird zu Gefäßen geformt; doch von ihrer leeren Höhlung hängt ihr Nutzen ab. Tür und Fenster werden aus den Wänden geschnitten, um ein Zimmer zu bilden; doch vom leeren Raum darin hängt sein Nutzen ab.
Daher dient das, was eine positive Existenz hat, zur vorteilhaften Anpassung, und das, was keine hat, zur tatsächlichen Nützlichkeit. Dies ist das zentrale Paradox des Dao: Sein liefert die Form, aber Nicht-Sein liefert die Funktion.
✦ Zentrale Einsicht
Kapitel 11 ist eines der elegantesten Argumente in der gesamten Philosophie. Anhand von drei Alltagsgegenständen – einem Rad, einem Tontopf und einem Raum – demonstriert Laozi, dass Leere nicht Abwesenheit ist, sondern die eigentliche Quelle der Nützlichkeit. Die Nabe, die Höhlung, der offene Raum: Das sind die Dinge, die funktionieren. Diese Einsicht gilt gleichermaßen für die daoistische innere Kultivierung und rituelle Praxis: Es ist das ruhige, leere Zentrum des Selbst, das Weisheit und Vitalität fließen lässt.
Klassische Kommentare — 古典注释
王弼注 Wang Bis Kommentar
Wang Bi verwendet das Rad, das Gefäß und den Raum, um zu zeigen, dass Nützlichkeit aus der Leere (wu 無) entsteht. Der leere Raum der Nabe ermöglicht es, die Achse aufzunehmen und die dreißig Speichen zu vereinen. Holz und Ton bilden die Wände und das Gefäß, aber alle drei Beispiele zeigen, dass das Nicht-Sein das ist, was das Sein nützlich macht. Sein bietet Vorteil; Nicht-Sein bietet Funktion.
河上公注 Heshang Gongs Kommentar
Heshang Gong vergleicht die dreißig Speichen mit den Tagen des Monats. Die leere Nabe ermöglicht es dem Rad, sich zu drehen; das leere Gefäß ermöglicht es, Inhalte aufzunehmen; der leere Raum ermöglicht das Wohnen und Passieren. Bei der Selbstkultivierung sollte man Gefühle und Wünsche entfernen, um die fünf Organe leer zu machen, damit der Geist dort wohnen kann. Das Dao selbst ist Leere – und es ist die Leere, die alle Formen regiert.
About the Author
Paul Peng
Paul Peng is a Zhengyi Taoist priest from Longhu Mountain, Jiangxi — the ancestral home of the Celestial Masters' tradition. Ordained at 25 after a dream from the Celestial Master, he has practiced for 25 years under Master Zeng Guangliang. He is the curator of this store, which is officially authorized by Tianshi Fu. All items are consecrated at the temple by the resident priest team.
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