Da Xiang – Das große Opferfest im alten China
Paul PengAktie
Da Xiang (大飨) ist das alte chinesische kaiserliche Großopfer – ein dreidimensionales Ritual, das die Opfergabe an die Fünf Kaiser im Mingtang, einen kombinierten Ahnenritus, der alle früheren Könige versammelt, und ein Staatsbankett für die Lehnsherren vereint. Am Jahresende zur Erntezeit durchgeführt, drückte es durch bewusst rituelle Einfachheit Dankbarkeit gegenüber dem Himmel und den Ahnen aus: rohes Fleisch und ungesalzene Brühe, die das Fundamentale über das Aufwendige stellten.

Da Xiang (大飨, Dà Xiǎng, wörtlich „Großes Opferfest“) ist ein alter chinesischer kaiserlicher Ritualbegriff mit drei miteinander verbundenen Bedeutungen: das Darbringen eines großen Opfers an die Fünf Kaiser (五帝, wǔ dì) im Mingtang (明堂, „Helle Halle“); das gleichzeitig durchgeführte kombinierte Ahnenopfer (大祋, dà xià), bei dem die Geistestafeln aller früheren Könige für einen einheitlichen Ritus versammelt wurden; und das große Staatsbankett für die Lehnsherren, das auf das Ritual folgte. Zusammen machten diese drei Dimensionen das Da Xiang zur umfassendsten kaiserlichen Opferzeremonie – gleichzeitig wurden die kosmische Ordnung, die Ahnenlinie und die politische Gemeinschaft angesprochen.
Das Liji (礼记, „Buch der Riten“), kompiliert während der Zeit der Streitenden Reiche und redigiert in der Westlichen Han-Dynastie, ist die primäre Quelle. Das Kapitel „Li Qi“ (礼器) besagt:
„Das Große Opferfest – ist das nicht die Angelegenheit des Königs?“
Das Kapitel „Qu Li“ (曲礼) fügt eine wichtige präskriptive Regel hinzu:
„Beim Großen Opferfest befragt man weder Orakel, noch strebt man nach Überfluss.“
Zheng Xuan (郑玄, 127–200 n. Chr.) erklärt dies als das Opfer an die Fünf Kaiser im Mingtang – die Protokolle sind festgelegt und erfordern weder Wahrsagerei noch Überfluss. Kong Yingda (孔颤达) erläutert: „Beim Großen Opferfest ist die Jahresarbeit vollständig abgeschlossen; man opfert und berichtet über die Errungenschaft, begleitet von König Wen und König Wu.“ Das Guoyu (国语, „Diskurse der Staaten“), kompiliert während der Zeit der Streitenden Reiche, verweist ebenfalls auf das hierarchische Protokoll, das die Staatsopfer regelt, innerhalb dessen das Da Xiang die höchste Position einnahm.

Das Da Xiang umfasst drei überlappende rituelle Dimensionen, die zusammen die umfassendste kaiserliche Opferzeremonie bildeten:
In der Zhengyi-Tradition findet die Struktur des Da Xiang – Opfer an hohe Gottheiten, gefolgt von gemeinschaftlichem Teilen – ihr Gegenstück in den Jiao (醒)-Zeremonien. Nach der formellen rituellen Anrufung hält die Zhengyi-Tradition gemeinschaftliche Mahlzeiten ab, bei denen Opfergaben unter den Teilnehmern geteilt werden, wodurch die alte Logik des nach dem Opfer stattfindenden Banketts bewahrt wird. Das definierende Prinzip des Da Xiang – dass rituelle Einfachheit das Fundamentale über das Aufwendige ehrt – schwingt direkt mit der Zhengyi-Betonung der Aufrichtigkeit (誠) über Prunk mit. Zhengyi-Jiao-Opfer folgen strengen kanonischen Spezifikationen, anstatt materiellen Überfluss zu suchen, was die Regel „keine Wahrsagerei, kein Überfluss“ des alten Da Xiang widerspiegelt. Für die umfassendere Geschichte, wie sich daoistische Fasten- und Opferzeremonien aus diesen alten Grundlagen entwickelten, siehe Die Geschichte des taoistischen Rituals des Fastens und des Darbringens von Opfern.
Die Funktion des Mingtang als kosmologisches Zentrum – der Punkt, an dem Himmel, Erde und die menschliche politische Ordnung zusammenliefen – findet auch eine Parallele im Zhengyi-Altar (坛, tán), der während der Jiao-Zeremonien als rituelle Achse Mundi dient. Die räumliche Logik des Da Xiang, bei der der Kaiser am kosmischen Zentrum stand, um alle fünf Richtungen gleichzeitig anzusprechen, bleibt in der rituellen Umrundung des Altars durch den Zhengyi-Priester erhalten, der die Gottheiten aller Richtungen nacheinander anspricht. Für einen praktischen Überblick darüber, wie solche rituellen Protokolle heute strukturiert und durchgeführt werden, siehe Was ist ein taoistisches Ritual und sein Ablauf.
Das Da Xiang verkörpert den Höhepunkt der klassischen chinesischen imperialen Ritualtheologie: den Moment, in dem der Himmelssohn in einer einzigen umfassenden Zeremonie gleichzeitig die kosmische Ordnung (Fünf Kaiser), die Ahnenlinie (alle früheren Könige) und die politische Gemeinschaft (Lehnsherren) ansprach. Sein Beharren auf ritueller Einfachheit – rohes Fleisch, ungesalzene Brühe, keine Wahrsagerei, kein Überfluss – drückte das grundlegende chinesische Ritualprinzip aus, dass Aufrichtigkeit und Korrektheit, nicht materieller Überfluss, das Wesen des richtigen Opferns ausmachen. In diesem Sinne war das Da Xiang nicht nur ein Fest, sondern eine kosmologische Aussage: dass die menschliche politische Ordnung in ihrer höchsten Ausprägung den Himmel und die Ahnen durch disziplinierte Einfachheit statt durch extravagante Zurschaustellung ehrt.
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Paul Peng
Paul Peng is a Zhengyi Taoist priest from Longhu Mountain, Jiangxi — the ancestral home of the Celestial Masters' tradition. Ordained at 25 after a dream from the Celestial Master, he has practiced for 25 years under Master Zeng Guangliang. He is the curator of this store, which is officially authorized by Tianshi Fu. All items are consecrated at the temple by the resident priest team.
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