Ma Bu – Die Winterpferdezeremonie im altchinesischen Ritual 马步
Paul PengAktie
Ma Bu (马步) ist das winterliche Pferdeopfer des alten China – die Abschlusszeremonie im Vier-Jahreszeiten-Pferdeopfersystem, das im Zhouli vorgeschrieben ist. Gewidmet dem pferdeschädigenden Geist, der Gottheit, die für Pferdekrankheiten und Unglück verantwortlich ist, kombinierte das Ritual einen apotropäischen Ritus zur Abwendung von Leiden mit einer zeremoniellen Präsentation der reifen Pferde des Jahres vor dem König – eine rituelle Bestandsaufnahme der königlichen Herde am Ende des jährlichen Zyklus.

Ma Bu (马步, Mǎ Bù, wörtlich „Pferdeschritt“) ist eine alte chinesische Opferzeremonie, die im Winter durchgeführt wurde, um den pferdeschädigenden Geist zu ehren. Der Begriff erscheint im Kapitel „Xia Guan: Xiaoren“ (夏官·校人) des Zhouli (周礼, „Riten der Zhou“), einem Verwaltungstext aus der Zeit der Streitenden Reiche, der die bürokratische Struktur und die rituellen Protokolle der idealisierten Zhou-Dynastie detailliert beschreibt. Ma Bu war der letzte Bestandteil eines Vier-Jahreszeiten-Pferdeopfersystems, das vom königlichen Haushalt der Zhou aufrechterhalten wurde, um die Gesundheit und Vermehrung der staatlichen Pferde zu gewährleisten – wichtige militärische und wirtschaftliche Güter, deren Wohlergehen ganzjährige rituelle Aufmerksamkeit erforderte.
Die Hauptquelle ist das Zhouli (周礼), das während der Zeit der Streitenden Reiche (ca. 4.–3. Jahrhundert v. Chr.) zusammengestellt und von Liu Xin (刘歆, ca. 50 v. Chr.–23 n. Chr.) während der Westlichen Han-Dynastie bearbeitet wurde. Das Kapitel „Xia Guan: Xiaoren“ schreibt vor:
„Im Winter opfert man Ma Bu; präsentiert Pferde; unterweist die Wagenlenker.“
Zheng Xuan (郑玄, 127–200 n. Chr.) liefert die definitive Glosse: „马步神,为灾害马者。“ („Ma Bu ist der Geist, der Pferde schädigt.“) Der Tang-Dynastie-Gelehrte Jia Gongyan (贾公彦, 7. Jahrhundert n. Chr.) erläutert in seinem Unterkommentar:
„Der Pferdegeist wird Bu genannt, analog zu Kategorien wie Xuanmings Bu oder dem Bu menschlicher Geister.“
Das Liji Zhengyi (礼记正义), der orthodoxe Kommentar der Tang-Dynastie zum Buch der Riten, erörtert den breiteren Rahmen der Tierhaltungsrituale innerhalb der Zhou-Ritualordnung und liefert zusätzlichen Kontext für den Platz des Ma Bu im jährlichen Opferkalender.

Ma Bu ist die vierte und letzte Zeremonie im Vier-Jahreszeiten-Pferdeopfersystem (四时马祭), das im Kapitel „Xia Guan: Xiaoren“ des Zhouli vorgeschrieben ist. Jede Zeremonie befasste sich mit einem bestimmten Aspekt des Pferdewohls:
In der Zhengyi-Tradition veranschaulicht das Ma Bu-Ritual das tiefe Engagement der Schule für das klassische chinesische Ritualerbe. Während der Zhengyi-Daoismus kein direktes liturgisches Äquivalent zu den Pferdeopfern der Zhou-Dynastie aufweist, parallelisiert die zugrundeliegende rituelle Logik der Krankheitsabwehr und des apotropäischen Opferns eng Zhengyi-Praktiken wie die rāngzāi (禳灾, „Katastrophenabwendung“) Zeremonien. Die Namenskonvention von „Bu“ als Kategorie schädlicher Geister findet Widerhall in späteren daoistischen Klassifikationen bösartiger Einflüsse und den rituellen Mechanismen zu deren Neutralisierung. Innerhalb des liturgischen Korpus des Longhu-Berges bleiben die Prinzipien der saisonalen Ausrichtung und der Beschwichtigung potenziell schädlicher Geister aktive Komponenten der Zhengyi-Ritualtheorie. Für eine breitere Geschichte, wie sich daoistische apotropäische und Opferzeremonien aus diesen alten Grundlagen entwickelten, siehe Die Geschichte des taoistischen Rituals des Fastens und Darbringens von Opfern.
Die Doppelfunktion des Ma Bu – gleichzeitig Schaden abzuwehren und die Pferde des Jahres dem König zu präsentieren – spiegelt das klassische chinesische Prinzip wider, dass Rituale sowohl das Negative (Vertreiben schädlicher Kräfte) als auch das Positive (Präsentation von Errungenschaften vor höherer Autorität) adressieren müssen. Diese doppelte Logik setzt sich in der Zhengyi-Praxis fort, wo große Zeremonien exorzistische Elemente mit Dankesopfern und Berichten an die himmlische Bürokratie verbinden. Für einen praktischen Überblick, wie solche rituellen Protokolle heute strukturiert und durchgeführt werden, siehe Was ist ein taoistisches Ritual und sein Ablauf.
Die Ma Bu-Zeremonie verkörpert ein grundlegendes Prinzip des klassischen chinesischen apotropäischen Rituals: dass schädliche spirituelle Kräfte formal anerkannt und rituell beschwichtigt werden müssen, anstatt sie einfach zu ignorieren. Durch die Widmung einer spezifischen saisonalen Zeremonie an den pferdeschädigenden Geist – eben jene Gottheit, die für Pferdekrankheiten verantwortlich ist – institutionalisierte das Zhou-Ritualsystem einen umfassenden Ansatz für das Tierwohl, der praktische tierärztliche Belange mit kosmischer Ritualverwaltung verband. Der Winterzeitpunkt war bedeutsam: Als Jahreszeit des Abschlusses und der Einlagerung war der Winter der passende Moment, um die Pferde des Jahres zu zählen, die reifen Tiere dem König zu präsentieren und die Krankheiten abzuwehren, die kaltes Wetter mit sich brachte. In dieser Konvergenz von apotropäischem Ritual, praktischer Herdenverwaltung und zeremonieller Abrechnung veranschaulicht der Ma Bu das klassische chinesische Verständnis, dass die Grenze zwischen dem Praktischen und dem Sakralen überhaupt keine Grenze ist.
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Paul Peng
Paul Peng is a Zhengyi Taoist priest from Longhu Mountain, Jiangxi — the ancestral home of the Celestial Masters' tradition. Ordained at 25 after a dream from the Celestial Master, he has practiced for 25 years under Master Zeng Guangliang. He is the curator of this store, which is officially authorized by Tianshi Fu. All items are consecrated at the temple by the resident priest team.
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