San Gui Jiu Kou: Drei Kniebeugen neun Niederwerfungen im chinesischen Ritual 三跪九叩
Paul PengAktie
三跪九叩 San Gui Jiu Kou
Drei Kniebeugen, neun Niederwerfungen im chinesischen Ritual · Die feierlichste Niederwerfungszeremonie des Hofprotokolls der Qing-Dynastie
🔑 Wichtigste Erkenntnisse
- 三跪九叩 (San Gui Jiu Kou) ist die höchste Form der rituellen Prostration im Hofprotokoll der Qing-Dynastie – drei separate Kniebeugensequenzen mit jeweils drei Prostrationen, insgesamt neun Verbeugungen, bei denen der Kopf den Boden berührt.
- 跪 (guì) bedeutet knien; 叩 (kòu) bedeutet den Kopf zum Boden senken – zusammen benennen sie die entscheidende Handlung: knien und sich niederwerfen als vollständigsten Ausdruck von Unterwerfung und Ehrfurcht.
- Gestuftes Prostrationssystem: 一跪三叩 (eine Kniebeuge, drei Verbeugungen) für niedrigere Beamte; 二跪六叩 (zwei Kniebeugen, sechs Verbeugungen) für höhere Beamte; 三跪九叩 (drei Kniebeugen, neun Verbeugungen) für den Kaiser und den Himmel.
- Dokumentiert in den rituellen Kodizes der Qing-Dynastie (清会典) als die feierlichste aller Hofzeremonien.
- Übernahme in taoistische Groß-Jiao-Zeremonien zur Anrede der höchsten himmlischen Gottheiten, wobei die Drei-Knie-Struktur beibehalten und taoistische Gebete und Mudras ersetzt wurden.
Definition · 定义
三跪九叩 (San Gui Jiu Kou, Sān Guì Jiǔ Kòu) ist die höchste Form der rituellen Prostration im Hofprotokoll der Qing-Dynastie, die aus drei separaten Kniebeugensequenzen mit jeweils drei Prostrationen besteht, also insgesamt neun Verbeugungen, bei denen der Kopf den Boden berührt. Das Schriftzeichen 跪 (guì) bedeutet knien; 叩 (kòu) bedeutet den Kopf zum Boden senken bei einer Prostration. Zusammen benennen sie die entscheidende Handlung: knien und sich niederwerfen als vollständigsten und feierlichsten Ausdruck von Unterwerfung und Ehrfurcht, der im chinesischen Ritualvokabular zur Verfügung steht.
三跪九叩 wurde bei den feierlichsten Anlässen im Hofleben der Qing-Dynastie verwendet: Audienzen beim Kaiser, den großen Staatsopfern am Himmelstempel (天坛) und am Kaiserlichen Ahnentempel (太庙) sowie den wichtigsten zeremoniellen Momenten des kaiserlichen Kalenders. Ihre Verwendung wurde streng durch die rituellen Kodizes der Qing-Dynastie (清会典) geregelt, die genau festlegten, welche Anlässe welche Art der Prostration erforderten.
— 《清会典》
Das gestufte Prostrationssystem · 跪拜等级制度
Das Ritualsystem der Qing-Dynastie stufte Prostrationen nach dem Rang des Empfängers und der Feierlichkeit des Anlasses ein und schuf so eine präzise kalibrierte Hierarchie der Ehrfurcht:
Die grundlegende Form der Prostration, verwendet für niedrigrangige Beamte und weniger feierliche Anlässe. Eine Kniebeugensequenz mit drei Verbeugungen, bei denen der Kopf den Boden berührt. Dies war die Standardform der respektvollen Anerkennung in Hofkreisen, die nicht den höchsten Ausdruck von Ehrfurcht erforderte.
Die mittlere Stufe, verwendet für höherrangige Beamte und feierlichere Anlässe. Zwei Kniebeugensequenzen mit jeweils drei Prostrationen, also insgesamt sechs Verbeugungen. Diese Stufe drückte einen deutlich höheren Grad an Ehrfurcht aus als die Grundform.
Die höchste Stufe, dem Kaiser selbst und dem Himmel bei den großen Staatsopfern vorbehalten. Drei Kniebeugensequenzen mit jeweils drei Prostrationen, also insgesamt neun Verbeugungen. Die Zahl Neun (九, jiǔ) hatte in der chinesischen Kosmologie eine besondere Bedeutung als höchste einstellige Zahl und die mit dem Himmel und dem Kaiser verbundene Zahl.
Die taoistischen Kleriker (道官), die staatliche Zeremonien leiteten, waren dafür verantwortlich, diese Hofprostrationsprotokolle in die taoistische Liturgietradition zu übertragen.
Übernahme in die taoistische Liturgie · 道教仪式传承
Das Format 三跪九叩 wurde in die großen taoistischen Jiao-Zeremonien für die feierlichsten Momente der Anrede der höchsten himmlischen Gottheiten übernommen – insbesondere der Drei Reinen (三清) und des Jadekaisers (玉皇大帝). Die taoistische Adaption behält die Drei-Knie- und Neun-Verbeugungsstruktur bei, ersetzt jedoch die zeremoniellen Inhalte des Hofes durch taoistische Gebete, Hand-Mudras (手印, shǒu yìn) und rituelle Absichten (心印, xīn yìn).
Diese Übernahme spiegelt das breitere Muster wider, wonach die taoistische Liturgie Elemente des kaiserlichen Hofrituals aufnimmt und umwandelt. Das Ping An Jiao Friedensritual (平安齋) ist ein Beispiel für die große Jiao-Zeremonie, in der 三跪九叩 ausgeführt wird. Die feuerzentrierte Jiao-Zeremonie, die im Huo Jiao Feuerschutzritual (火齋) dokumentiert ist, verwendet ebenfalls dieses Prostrationsformat, während die formalen Abläufe der Jiao-Zeremonie im taoistischen Ritualprozess dokumentiert sind.
Rituelle Kodizes der Qing-Dynastie (清会典). Zusammengestellt unter kaiserlicher Autorität, Qing-Dynastie.
Chen Yaoting (陈耀庭). Enzyklopädie des Taoismus (道教大辞典). Shanghai: Shanghai Cishu Chubanshe. Eintrag: '三跪九叩' (San Gui Jiu Kou).
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Paul Peng
Paul Peng is a Zhengyi Taoist priest from Longhu Mountain, Jiangxi — the ancestral home of the Celestial Masters' tradition. Ordained at 25 after a dream from the Celestial Master, he has practiced for 25 years under Master Zeng Guangliang. He is one of the curators of this store, which is officially authorized by Tianshi Fu. All items are consecrated at the temple by the resident priest team.
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