Shi Cai — Scholar Vegetable Offering Initiation Rite 释菜

Shi Cai – Einführungsritus für die Gemüseopfergabe der Gelehrten

Paul Peng

Shi Cai (释菜, Shì Cài, wörtl. „Gemüseopfer“) ist das altchinesische Ritual, bei dem neue Schüler beim Eintritt in die formale Schule den Geistern der weisen Lehrer frisches Frühlingsgemüse darbrachten. Eine Handvoll Wasserlinsen oder Gänsedistel, mit beiden Händen in aufrichtiger Demut gehalten – dies war der erste Lernakt des Schülers: keine Rezitation, keine Prüfung, sondern ein Opfer. In der Zhengyi-Tradition bleibt dieses Prinzip des demütigen, aufrichtigen Opfers als höchste Form des Respekts das Herzstück der populären rituellen Praxis.

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Wichtige Erkenntnisse
• Shi Cai (释菜, auch 舍采 geschrieben) ist das altchinesische Ritual, bei dem beim Schuleintritt frisches Frühlingsgemüse den Lehrer-Weisen dargebracht wurde, aufgezeichnet im Zhouli (周礼).
• Zheng Xuan erklärt: 舍 = 释 (darbringen); 采 = 菜 (Gemüse). Das Opfer: bescheidene Frühlingsgrünpflanzen – Wasserlinsen (苹) und Gänsedistel (蕃) – als Geste reiner Absicht.
• Zwei Ebenen: einfaches Gemüseopfer (释菜) für eintretende Schüler, die frühere Lehrer (先师) ehren; aufwendiges Gemüse- und Seidenopfer (释菜奠帛) zur Schulgründung.
• Der Frühlingszeitpunkt verband das Wachstum frischen Gemüses mit dem intellektuellen Wachstum des Schülers – und das Darbringen neuer Triebe diente auch dazu, böse Träume abzuwehren.
Definition

Shi Cai (释菜, Shì Cài, auch 舍采 geschrieben, wörtl. „Gemüseopfer“) ist das altchinesische Ritual, bei dem Schüler beim Eintritt in die formale Schule den Geistern der weisen Lehrer (xian shi, 先师) frische Gemüseopfer darbrachten. Der Begriff ist im Zhouli (周礼, „Riten der Zhou“) festgehalten und stellt die früheste Form des chinesischen Bildungsrituals dar, das die Frühjahrseinschreibungszeit mit einem einfachen vegetarischen Opfer als Geste des Respekts und der Aufrichtigkeit verbindet. Die bewusste Einfachheit des Rituals – bescheidene Frühlingsgrünpflanzen statt Jade oder Seide – drückte den ungebildeten Zustand und die aufrichtige Demut des Schülers vor dem Beginn des Lernens aus.

Klassische Quellen

Das Zhouli (周礼), „Chun Guan: Da Xu“ (春官·大胥) berichtet:

„大胥掌学士之版, 以待致诸子。春, 入学, 舍采合舞。“

„Der Große Musiker verwaltet die Register der Gelehrten und wartet darauf, die Jugendlichen zu rufen. Im Frühling treten sie in die Schule ein, bringen das Gemüseopfer dar und schließen sich dem Tanz an.“

Zheng Xuan (郑玄) kommentiert: „舍, 即释也。采, 读为菜。初入学, 必释菜, 礼先师也。菜, 苹蕃之属.“ Zheng Sinong (郑司农) fügt hinzu: „舍采, 谓舞者皆持芬香之采.“ Kong Yingda (孔颖达) präzisiert, dass das Opfer des eintretenden Schülers bewusst bescheiden war (礼轻) und nur die früheren Lehrer, nicht aber die früheren Weisen ehrte. Das Zhouli, „Chun Guan: Zhan Meng“ (春官·占梦) ergänzt: „舍萌于四方, 以赠恶梦.“ – Das Darbringen neuer Triebe in die vier Himmelsrichtungen vertreibt böse Träume, was die erzieherischen und apotropäischen Funktionen des Rituals miteinander verbindet.

Zwei Ebenen des Shi Cai Rituals
释菜 Shi Cai – Einfaches Gemüseopfer: Das Ritual des eintretenden Schülers, das die früheren Lehrer (先师) mit bescheidenem Frühlingsgemüse – Wasserlinsen (苹) und Gänsedistel (蕃) – ehrt. Mit beiden Händen als Ausdruck reiner Absicht gehalten. Kein Tanz, keine Seide, keine aufwendigen Utensilien. Die Einfachheit ist der Punkt.
释菜奠帛 Shi Cai Dian Bi – Gemüse- und Seidenopfer: Das aufwendigere Ritual zur Schulgründung, einschließlich Seidenopfern (帛) und Tanz. Diese höhere Form ehrte nicht nur die früheren Lehrer, sondern auch die früheren Weisen (先圣), was die größere Feierlichkeit des Gründungszeitpunkts der Schule widerspiegelt.

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Parallelen zur Zhengyi-Tradition

In der Zhengyi-Tradition schwingt die Betonung der Einfachheit und Aufrichtigkeit des Shi Cai-Rituals mit dem taoistischen philosophischen Prinzip des Pu (朴, der unbearbeitete Block) mit. Die Ritualpraxis der Zhengyi-Schule umfasst vereinfachte Opferformen für gewöhnliche Praktizierende, so wie der antike Schüler einfache Gemüseopfer anstelle aufwendiger Opfer darbrachte. Die Geschichte der taoistischen Fasten- und Opferriten zeigt, wie dieses Prinzip der aufrichtigen Einfachheit in den taoistischen liturgischen Rahmen aufgenommen wurde, wodurch die Tradition auch für gewöhnliche Praktizierende zugänglich wurde, die keine Ritualspezialisten sein müssen, um gültige Opfer darzubringen.

Primärquellen: Anonym, Zhouli (周礼), „Chun Guan: Da Xu“ (春官·大胥) und „Chun Guan: Zhan Meng“ (春官·占梦), Zeit der Streitenden Reiche, zusammengestellt in der Han-Dynastie. Mit Kommentaren von Zheng Xuan (郑玄), Zheng Sinong (郑司农) und Kong Yingda (孔颖达). – Chen Yaoting (陈耀庭), Encyclopedia of Taoism (道教大辞典), Eintrag „释菜“.
Paul Peng — Zhengyi Taoist Priest, Longhu Mountain

About the Author

Paul Peng

Paul Peng is a Zhengyi Taoist priest from Longhu Mountain, Jiangxi — the ancestral home of the Celestial Masters' tradition. Ordained at 25 after a dream from the Celestial Master, he has practiced for 25 years under Master Zeng Guangliang. He is the curator of this store, which is officially authorized by Tianshi Fu. All items are consecrated at the temple by the resident priest team.

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