Li Yucheng 李玉成 – Lao-Zhuang-Einsiedler der Song-Yuan-Übergangszeit
Paul PengAktie
Li Yucheng 李玉成 (1258–1329), mit dem Beinamen Weiyi Weng (惟一翁 – „Ältester der einigenden Einheit“), und den literarischen Namen Cuiyangzi (翠阳子 – „Meister Grüne Sonne“) und Huanyi Daoren (环一道人 – „Taoist der kreisförmigen Einheit“), stammte aus Pucheng, Provinz Fujian. Geboren in eine Familie mit einer jahrhundertealten konfuzianischen Gelehrtentradition, wurde er erwachsen, gerade als die Song-Dynastie um ihn herum zusammenbrach. Er reagierte nicht mit Widerstand oder Kollaboration, sondern mit Rückzug – in die Berge, die Flüsse, das Bauernleben und die Lehren von Laozi und Zhuangzi, die diesem Rückzug seine Bedeutung gaben.
Li Yucheng wurde 1258 in Pucheng geboren – einem Landkreis im Norden der Provinz Fujian, im gebirgigen Landesinneren der südöstlichen Küste. Seine Familie hatte über Generationen eine gelehrte konfuzianische Tradition gepflegt, was bedeutete, dass Li Yucheng in klassischen Texten, der Prüfungskultur und dem ethischen Rahmen, der das gebildete Leben im Song-China prägte, aufwuchs. Die Erwartung wäre eine Karriere in der Beamtenwelt gewesen – der Weg, auf den die konfuzianische Bildung ihre Schüler vorbereiten sollte.
Dieser Weg wurde durch die Geschichte versperrt. Als Li Yucheng mit zwanzig Jahren – um 1278, zwei Jahre nach dem Fall der südlichen Song-Dynastie an die mongolischen Streitkräfte von Kublai Khan – erwachsen wurde, erlebte er Kriege und Chaos. Die Welt, auf die ihn seine Ausbildung vorbereitet hatte, existierte nicht mehr. Er zog nach Tainingli, wo er seinen Lebensunterhalt mit Landwirtschaft, Anbau von Pflanzen, Holzhacken und Fischen verdiente – den elementaren Tätigkeiten eines Subsistenzlebens in den Bergen.
Trotz der praktischen Anforderungen seines bäuerlichen Lebens pflegte Li Yucheng eine tiefe Auseinandersetzung mit der daoistischen Philosophie. Er schätzte die Lehren von Laozi und Zhuangzi – den beiden Gründungsfiguren dessen, was die chinesische Geistesgeschichte als Lao-Zhuang-Tradition (老庄思想) bezeichnet, den naturalistischen, kontemplativen Strang des daoistischen Denkens, der Spontaneität, Einfachheit und die Ausrichtung an den natürlichen Mustern der Welt betonte.
Seine Leidenschaft für das Reisen durch Berge und Flüsse war der physische Ausdruck dieser philosophischen Ausrichtung. In der Lao-Zhuang-Tradition war die Natur nicht nur eine Kulisse für menschliche Aktivitäten, sondern ein Lehrer – eine Manifestation der Muster des Dao selbst, die der aufmerksame Praktizierende lernen konnte wahrzunehmen und sich anzupassen. Li Yucheng's Bergwanderungen waren in diesem Sinne eine Form der Kultivierung: die direkte Begegnung mit der Natur als Weg zum Verständnis des Dao.
Die historische Überlieferung bewahrt ein lebendiges Charakterbild von Li Yucheng: Er hatte ein offenes, ungezügeltes und helles Wesen, genau wie die legendären Schwertkämpfer-Unsterblichen der Antike. Diese Beschreibung ordnet ihn einem spezifischen chinesischen Kulturtyp zu – dem Xia (侠), dem freigeistigen Wanderer, der sich durch die Welt bewegt, ohne an ihre Konventionen gebunden zu sein, dessen innere Freiheit sich in einer äußeren Leichtigkeit und Offenheit ausdrückt, die andere sowohl anziehend als auch leicht beunruhigend finden.
Der Vergleich mit „Schwertkämpfer-Unsterblichen“ (jianxia 剑侠) war nicht nur poetisch. In der chinesischen Literatur- und Kulturtradition war der Schwertkämpfer-Unsterbliche eine Figur, die kriegerische Freiheit mit spiritueller Kultivierung verband – eine Person, die die gewöhnlichen Zwänge des gesellschaftlichen Lebens überwunden hatte, ohne der Welt gegenüber gleichgültig zu werden. Li Yucheng's bäuerliches Leben, seine Bergwanderungen, seine Auseinandersetzung mit der Lao-Zhuang-Philosophie und sein offenes, ungezügeltes Wesen trugen alle zu diesem Eindruck bei: ein Mann, der einen Weg gefunden hatte, frei innerhalb der Zwänge einer schwierigen historischen Zeit zu leben.
Li Yucheng lebte siebzig Jahre und starb 1329, im zweiten Jahr der Tianli-Herrschaft, an einer Krankheit. Er hinterließ kein großes institutionelles Erbe – keine Schule, keine Linie, keine kanonischen Texte. Was er hinterließ, war das Beispiel eines Lebens, das nach dem Lao-Zhuang-Ideal gelebt wurde: einfach, frei, in die natürliche Welt eingebunden und gleichgültig gegenüber der sozialen Anerkennung, die sein konfuzianischer Hintergrund ihn hätte suchen lassen.
In der Geschichte des chinesischen Daoismus nehmen Persönlichkeiten wie Li Yucheng einen besonderen und wichtigen Platz ein. Sie sind nicht die Gründer von Schulen oder die Autoren kanonischer Texte oder die Empfänger kaiserlicher Ehren. Sie sind die Praktiker, die durch die Beschaffenheit ihres täglichen Lebens zeigen, wie das daoistische Ideal tatsächlich aussieht, wenn es gelebt und nicht nur theoretisiert wird. Li Yucheng's Landwirtschaft, seine Bergwanderungen, sein offenes Wesen, seine Auseinandersetzung mit Laozi und Zhuangzi – dies waren keine Vorbereitungen für eine bedeutsamere daoistische Errungenschaft. Sie waren die Errungenschaft selbst.
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Paul Peng
Paul Peng is a Zhengyi Taoist priest from Longhu Mountain, Jiangxi — the ancestral home of the Celestial Masters' tradition. Ordained at 25 after a dream from the Celestial Master, he has practiced for 25 years under Master Zeng Guangliang. He is one of the curators of this store, which is officially authorized by Tianshi Fu. All items are consecrated at the temple by the resident priest team.
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