Yin Ji – Opfergabe von gewürfeltem Trockenfleisch im Zhou-Tempelritual 尹祭
Paul PengAktie
Yin Ji (尹祭) ist das altchinesische Ritualangebot von präzise quadratisch geschnittenem Dörrfleisch im Ahnentempel. Der Charakter Yin (尹) wird von Zheng Xuan als Zheng (正, „korrekt“ oder „quadratisch“) ausgelegt – das Dörrfleisch muss vor der Darbietung in exakte quadratische Formen geschnitten werden. In dieser kleinen Präzision kommt die gesamte Logik des Zhou-Rituals zum Ausdruck: Jedes Detail des Angebots, einschließlich seiner Geometrie, trägt eine kosmologische Bedeutung.

Yin Ji (尹祭, Yǐn Jì, wörtlich: „Quadratisch-korrektes Opfer“) ist eine spezifische Art von Speisenopfer, das im alten chinesischen Ahnentempelritual vorgeschrieben ist und aus präzise quadratisch geschnittenen Stücken von Dörrfleisch (fǔ, 脯) besteht. Der Begriff Yin (尹) wird in diesem rituellen Kontext als Zheng (正, „korrekt“ oder „quadratisch“) ausgelegt, was darauf hinweist, dass das Dörrfleisch vor der Darbietung auf dem Opferaltar in exakte quadratische Formen geschnitten werden sollte. Diese Präzision spiegelte das breitere Prinzip der rituellen Korrektheit (lǐ, 礼) wider, bei dem jedes Detail – einschließlich der Form der Speisenopfer – eine symbolische Bedeutung trug und zur Wirksamkeit der Zeremonie beitrug.
Die Hauptquelle ist das Liji (礼记, „Buch der Riten“), das von Dai Sheng (戴聖, 1. Jahrhundert v. Chr.) während der Westlichen Han-Dynastie zusammengestellt wurde. Das Kapitel „Quli Xia“ (曲礼下) besagt:
„Dörrfleisch wird das Yin-Opfer genannt.“
Zheng Xuan (郑玄, 127–200 n. Chr.) liefert den maßgeblichen Kommentar:
„Yin bedeutet korrekt/quadratisch. Es wird in eine korrekte quadratische Form geschnitten und dann verwendet.“
Kong Yingda (孔颖达, 574–648 n. Chr.) führt im Liji Zhengyi (礼记正义) aus: „脯曰尹祭者。尹,正也。裁截方正而用之。祭一通云正,谓自作之也。脯自作,则知肉之所用也。“ („Dörrfleisch wird das Yin-Opfer genannt. Yin bedeutet korrekt. Es wird quadratisch geschnitten und verwendet. Der Begriff ‚korrekt‘ im Kontext des Opfers bedeutet, dass man es selbst macht. Indem man das Dörrfleisch selbst macht, kennt man die Herkunft des verwendeten Fleisches.“) Das Yili (仪礼, „Buch der Etikette und Zeremonien“) bietet zusätzlichen Kontext zur ordnungsgemäßen Zubereitung und Darbietung von Dörrfleischopfern im breiteren Rahmen des Zhou-Zeremonienprotokolls.

Yin Ji gehört zur Kategorie der rituellen Speisenopfer (祭品, jì pǐn) innerhalb des formalen Systems der Opferterminologie (祭号, jì hào) des alten China. Das Kapitel „Quli Xia“ des Liji bietet eine systematische Auflistung der richtigen rituellen Namen für verschiedene Opfergaben, unterscheidet zwischen verschiedenen Lebensmitteltypen und schreibt für jede spezifische Namen vor, wenn sie in einem Opferkontext verwendet werden.
In der Zhengyi-Tradition findet die Betonung der präzisen Zubereitung und korrekten Benennung des Yin Ji-Opfers eine direkte Kontinuität in der daoistischen Ritualpraxis. Zhengyi-Liturgiehandbücher schreiben genaue Spezifikationen für die Anordnung der Opfergaben auf dem Altar vor, einschließlich der Form und Platzierung von Lebensmitteln. Das Prinzip, dass rituelle Objekte „korrekt“ (zhèng, 正) und richtig vorbereitet sein müssen, bevor sie als wirksame Opfer dienen können, ist grundlegend für die Zhengyi-Ritualtheorie. In der heutigen Praxis des Longhu-Berges bleibt die Zubereitung von Opfergaben ein gehüteter Bestandteil der priesterlichen Ausbildung, was das klassische Prinzip widerspiegelt, dass die rituelle Wirksamkeit sowohl von innerer Aufrichtigkeit als auch von äußerer Formkorrektheit abhängt. Für die breitere daoistische Opferzeremonie-Tradition, in der solche Lebensmittelzubereitungsprotokolle angewendet werden, siehe Die Geschichte des taoistischen Rituals des Fastens und Opferns.
Die Betonung des Yin Ji auf selbstgemachte Opfergaben stimmt auch mit der Zhengyi-Betonung der Aufrichtigkeit (誠, chéng) als Grundlage der rituellen Wirksamkeit überein. Ein vom Priester selbst zubereitetes Opfer hat ein anderes rituelles Gewicht als ein gekauftes oder delegiertes – ein Prinzip, das weiterhin prägt, wie die Priester des Longhu-Berges den Altar für große Zeremonien vorbereiten. Für einen praktischen Überblick darüber, wie solche Ritualprotokolle heute strukturiert und durchgeführt werden, siehe Was ist ein taoistisches Ritual und sein Ablauf.
Das Yin Ji-Opfer verkörpert ein grundlegendes Prinzip des klassischen chinesischen Ritualdenkens: dass das Heilige nicht vom Materiellen getrennt ist, sondern durch die korrekte Behandlung materieller Dinge konstituiert wird. Indem das Zhou-Ritualsystem vorschrieb, dass Dörrfleisch in präzise Quadrate geschnitten, persönlich zubereitet und unter seinem richtigen Ritualnamen dargeboten werden muss, verwandelte es ein gewöhnliches Lebensmittel in ein kosmologisch bedeutsames Opfer. Die quadratische Form ordnete das Opfer der Erde zu; die persönliche Zubereitung garantierte seine Reinheit; der richtige Name etablierte seine rituelle Identität. In dieser Konvergenz von Geometrie, persönlicher Arbeit und korrekter Nomenklatur veranschaulicht das Yin Ji das klassische chinesische Verständnis, dass rituelle Korrektheit nicht nur formal, sondern kosmologisch konstitutiv ist.
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Paul Peng
Paul Peng is a Zhengyi Taoist priest from Longhu Mountain, Jiangxi — the ancestral home of the Celestial Masters' tradition. Ordained at 25 after a dream from the Celestial Master, he has practiced for 25 years under Master Zeng Guangliang. He is the curator of this store, which is officially authorized by Tianshi Fu. All items are consecrated at the temple by the resident priest team.
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