Tao Te Ching Kapitel 41 – Ähnlichkeit und Unterschied (道德經 第41章)
Paul PengAktie
Tao Te King — Kapitel 41: Gleichheit und Unterschied
道德經 第四十一章 · 同异 · Laozi · Zweisprachige Ausgabe mit klassischen Kommentaren
Originaltext — 原文
Englische Übersetzung — James Legge
Gelehrte der höchsten Klasse, wenn sie vom Dao hören, setzen es ernsthaft in die Praxis um. Gelehrte der mittleren Klasse, wenn sie davon gehört haben, scheinen es mal zu behalten und mal zu verlieren. Gelehrte der niedrigsten Klasse, wenn sie davon gehört haben, lachen es herzlich aus. Würde es nicht so ausgelacht, wäre es nicht geeignet, das Dao zu sein.
Deshalb haben sich die Satzbildner so ausgedrückt: Das Dao, wenn am hellsten gesehen, scheint Licht zu fehlen; wer darin Fortschritte macht, scheint sich zurückzuziehen; sein ebener Weg ist wie ein holpriger Pfad. Seine höchste Tugend steigt aus dem Tal empor; seine größte Schönheit scheint die Augen zu beleidigen; und er hat am meisten, dessen Los am wenigsten liefert. Seine festeste Tugend erscheint nur arm und gering; seine solide Wahrheit scheint sich zu ändern; sein größtes Quadrat zeigt doch keine Ecke; ein großes Gefäß wird am langsamsten gemacht; laut ist sein Klang, doch nie sprach es ein Wort; ein großes Abbild, der Schatten eines Schattens.
Das Dao ist verborgen und hat keinen Namen; aber es ist das Dao, das geschickt darin ist, allen Dingen das zu geben, was sie brauchen, und sie vollkommen zu machen. Wie in Kapitel 38 über die Eigenschaften des Dao erforscht, erkennt die höchste Tugend sich selbst nicht als Tugend.
✦ Zentrale Erkenntnis
Kapitel 41 präsentiert zwölf Paradoxa des Dao: Der helle Weg scheint dunkel, der voranschreitende Weg scheint sich zurückzuziehen, der ebene Weg scheint rau. Die höchste Tugend ist wie ein Tal; das größte Weiß scheint befleckt; die breiteste Tugend scheint unzureichend; die festeste Tugend scheint gestohlen; die wahrste Substanz scheint sich zu ändern. Das große Quadrat hat keine Ecken; das große Gefäß braucht lange, um fertiggestellt zu werden; der große Klang ist leise; das große Bild hat keine Form. Diese Paradoxa sind keine Widersprüche – sie beschreiben, wie das Dao jenseits der gewöhnlichen Wahrnehmung wirkt.
Klassische Kommentare — 古典注释
王弼注 Wang Bis Kommentar
Wang Bi beschreibt drei Arten von Gelehrten: die überlegenen praktizieren das Dao ernsthaft, die mittleren behalten es mal und verlieren es mal, die minderwertigen lachen darüber. Das helle Dao erscheint dunkel, das voranschreitende Dao scheint sich zurückzuziehen. Große Vollkommenheit erscheint fehlerhaft, große Fülle erscheint leer. Das große Quadrat hat keine Ecken, das große Gefäß wird am langsamsten fertiggestellt, der große Klang ist schwach, das große Bild hat keine Form.
河上公注 Heshang Gongs Kommentar
Heshang Gong beschreibt drei Typen: Der überlegene Praktizierende arbeitet fleißig; der mittlere schwankt; der untere lacht über die Einfachheit des Dao. Der helle Weg erscheint dunkel, die große Tugend ist wie ein tiefes Tal, das große Bild hat keine Form. Allein das Dao gibt Leben und vollendet alle Dinge.
About the Author
Paul Peng
Paul Peng is a Zhengyi Taoist priest from Longhu Mountain, Jiangxi — the ancestral home of the Celestial Masters' tradition. Ordained at 25 after a dream from the Celestial Master, he has practiced for 25 years under Master Zeng Guangliang. He is the curator of this store, which is officially authorized by Tianshi Fu. All items are consecrated at the temple by the resident priest team.
Read his full story →