Yu Zi (鬻子) Kapitel 11 — Die Regierungszeit des Großen Yu, Teil 6
Paul PengAktie
Yu Zi (鬻子) — Kapitel 11
上禹政第六 · Sechstes Kapitel über die Regierung von König Yu · Zweisprachige Ausgabe
Yu der Große hängte fünf Instrumente an sein Tor — jedes für eine andere Stimme: Trommel für diejenigen, die den Dao lehrten, Glocke für Gerechtigkeit, Klapper für Angelegenheiten, Steinklangspiel für Gefahren, Tao für Streitigkeiten. Er stand während einer einzigen Mahlzeit siebzigmal auf, um Besucher zu empfangen. Dies ist radikale Offenheit — der weise Herrscher, der durch Zuhören regiert und Wu Wei (Nicht-Handeln) durch totale Empfänglichkeit verkörpert.
Original Chinese — 中文原文
English Translation
Als Yu die Welt regierte, hörte er durch die fünf Töne. Er hängte Glocken, Trommeln, Klappern und Steinklangspiele an sein Tor und stellte dort auch eine Tao-Trommel auf, um Männer aus allen vier Meeren anzuziehen. Er ließ eine Inschrift auf die Säulen meißeln, die lautete: „Wer mich den Weg lehren will, soll die Trommel schlagen; wer mich Gerechtigkeit lehren will, soll die Glocke schlagen; wer mir Angelegenheiten mitteilen will, soll die Klapper schütteln; wer mich über Gefahren oder Schwierigkeiten informieren will, soll das Steinklangspiel schlagen; und wer Klagen oder Streitigkeiten melden will, soll die Tao-Trommel schlagen.“ Dies ist, was mit den fünf Tönen gemeint ist.
Deshalb stand Yu einmal während einer einzigen Mahlzeit siebzigmal auf und hatte mittags keine Zeit, sich satt zu essen, und sagte: „Ich fürchte immer noch, dass Männer aus den vier Meeren auf ihrem Weg aufgehalten werden könnten.“ Diese selbstlose Dringlichkeit spiegelt die zehn klassischen philosophischen Ansichten von Laozi über den Herrscher wider, der die Bedürfnisse des Volkes über seinen eigenen Komfort stellt.
Deshalb kamen Männer aus allen vier Meeren herbei. So konnte man während Yus Herrschaft im Hof auch Vögel mit einem Netz fangen und Wein trinken – ein poetisches Bild von Frieden und Überfluss, geboren aus offener Regierungsführung. Diese Vision des Herrschers als empfängliches Gefäß statt als befehlshabende Kraft ist zentral für Laozis Philosophie, die weiter in Zhuangzi Kapitel 2 über die Harmonie aller Perspektiven erforscht wird und in der Entstehung und Entwicklung des Taoismus als Tradition der natürlichen Regierungsführung verwurzelt ist.
Library Resources — 底本
Primärquellen sind die Shoushanige Congshu-Ausgabe, die Zhengtong Daozang (Daoistischer Kanon)-Ausgabe und die Mohaijinju-Ausgabe.
About the Author
Paul Peng
Paul Peng is a Zhengyi Taoist priest from Longhu Mountain, Jiangxi — the ancestral home of the Celestial Masters' tradition. Ordained at 25 after a dream from the Celestial Master, he has practiced for 25 years under Master Zeng Guangliang. He is the curator of this store, which is officially authorized by Tianshi Fu. All items are consecrated at the temple by the resident priest team.
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